Augenzeugengedächtnis
Warum ist dieses Thema spannend?
Schauen Sie sich folgendes Video an. Beantworten Sie anschliessend folgende Frage: Wie sehr können wir Zeugenaussagen vertrauen?
Lernziele
- Sie wissen, warum Augenzeugenberichten in der Gedächtnispsychologie spezielle Aufmerksamkeit geschenkt wird.
- Sie kennen verschiedene Faktoren, die Augenzeugenberichte beeinflussen.
- Sie wissen, unter welchen Umständen man Augenzeugenberichten am meisten Glauben schenken kann.
Ressourcen
Buchkapitel
- Eysenck, M. W. (2025). Eyewithness testimony. In A. Baddeley, M. W. Eysenck, & M. C. Anderson. Memory (4th ed.; pp 485-518). Routledge.
Präsentation
Podcast
Podcasts unter dieser Rubrik sollen einen einfachen Einstieg ins Thema vermitteln. Sie wurden mit künstlicher Intelligenz generiert. Sollten spezifische Inhalte dem Lehrbuch widersprechen, sind die Inhalte aus dem Lehrbuch als korrekt zu betrachten.
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- Augenzeugenberichte
- Augenzeugenberichte (optional)
Erkenntnisgewinn
- Mit dem Aufkommen von DNA Analysen bei der Aufklärung von Verbrechen hat sich gezeigt, dass viele Personen, welche ausschliesslich aufgrund von Augenzeugenberichten verurteilt wurden, unschuldig sind. Unter anderem hat dies damit zu tun, dass Richter (und Geschworene bei Geschworenengerichten) sich stark von überzeugten Augenzeugen beeinflussen lassen. Zudem haben Richter und Geschworene oftmals ein falsches Verständnis davon, welche Faktoren Augenzeugenberichte beeinflussen.
- Wie auch andere Erinnerungen sind Augenzeugenberichte nicht unabhängig von Schemawissen (semantisches Gedächtnis). Das heisst, Augenzeugenberichte sind von den Erwartungen der Augenzeugen beeinflusst. Zudem werden Augenzeugenberichte von irreführenden Informationen nach (oder sogar vor) einem Ereignis beeinflusst. Andere Faktoren die Augenzeugenberichte beeinflussen, sind verbale Überschattungseffekte (verbal overshadowing effects), Verzerrungen durch das eigene Alter (own-age bias) oder die eigene Rasse (other-rece effect). Auch Aufmerksamkeitseffekte spielen eine Rolle (Stress / Angst, Waffenfokus / «Tunnelblick» und die falsche Identifikation anwesender Unschuldiger als Täter), sowie die Tatsache, dass die meisten Menschen schlecht darin sind, unbekannte Gesichter wieder zu erkennen (sogar wenn man entscheiden muss, ob zwei Bilder die gleiche Person zeigen).
- Augenzeugenberichte lassen sich durch kognitive Interviewtechniken verbessern, bei welchen die Umstände mental wiederhergestellt werden und die Augenzeugen möglichst viele Details abrufen müssen. Allerdings besteht dabei der Nachteil, dass teilweise auch inkorrekte Details abgerufen werden.