Glossar
Das folgende Glossar basiert auf dem Glossar des Lehrbuchs «Baddeley B., Eyesenck, M. W., & Anderson M. C. (2020). Memory (3rd ed.). Routledge.» Die erste Übersetzung wurde am 1. Nov. 2022 mit DeepL vorgenommen, welche anschliessend von Nicolas Rothen überarbeitet wurde.
Das Glossar dient primär dem Zweck, die englischen Fachbegriffe auf Deutsch zur Verfügung zu stellen. Damit soll erreicht werden, dass die Begriffe und die entsprechenden Definitionen auch auf Deutsch abgerufen und angewendet werden können.
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Accessibility vs. availability / Zugänglichkeit vs. Verfügbarkeit: Die Zugänglichkeit bezieht sich auf die Leichtigkeit, mit der eine gespeicherte Gedächtnisspur zu einem bestimmten Zeitpunkt abgerufen werden kann. Die Verfügbarkeit bezieht sich auf die binäre Unterscheidung, die angibt, ob eine Spur im Gedächtnis gespeichert ist oder nicht.
Activation level / Aktivierungsstufe: Der variable interne Zustand einer Gedächtnisspur, der zu ihrer Zugänglichkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt beiträgt.
(Alcoholic) Korsakoff syndrom / Korsakoff-Syndrom: Die Patienten haben Schwierigkeiten, neue Informationen zu lernen, obwohl sie sich an Ereignisse aus der Vergangenheit erinnern können. Es besteht die Tendenz, Material zu erfinden, um Gedächtnislücken zu füllen. Die häufigste Ursache ist Alkoholismus, insbesondere wenn dieser zu einem Mangel an Vitamin B1 geführt hat.
Amygdala / Amygdala: Ein Bereich des Gehirns in der Nähe des Hippocampus, der an der emotionalen Verarbeitung beteiligt ist.
Anterograde amnesia / Anterograde Amnesie: Ein Problem bei der Kodierung, Speicherung oder dem Abruf von Informationen, die in der Zukunft verwendet werden können.
Articulatory supression / Artikulatorische Unterdrückung: Eine Technik zur Unterbrechung der verbalen Probe (eng. verbal rehearsal), bei der die Teilnehmer aufgefordert werden, ein gesprochenes Element ständig zu wiederholen.
Associative blocking / Assoziative Blockierung: Ein theoretischer Prozess, von dem angenommen wird, dass er Interferenzeffekte während des Abrufs erklärt. Dabei löst ein Hinweis die Zielspur nicht aus, weil er wiederholt einen stärkeren Konkurrenten auslöst, was dazu führt, dass Personen ihre Bemühungen, das Ziel abzurufen, aufgeben.
Associative deficit hypothesis / Assoziative Defizit-Hypothese: Hypothese, dass altersbedingte Gedächtnisdefizite auf eine beeinträchtigte Fähigkeit zurückzuführen sind, Assoziationen zwischen zuvor nicht verwandten Reizen herzustellen.
Autobiographical knowledge base / Autobiografische Wissensbasis: Fakten über uns selbst und unsere Vergangenheit, die die Grundlage für das autobiografische Gedächtnis bilden.
Autobiographical memory / Autobiografisches Gedächtnis: Gedächtnis über die gesamte Lebensspanne sowohl für bestimmte Ereignisse als auch für selbstbezogene Informationen.
Automaticity / Automatismus: Wenn eine Fertigkeit so weit geübt ist, dass sie weniger anstrengend ist keine nennenswerte Aufmerksamkeitsüberwachung mehr erfordert.
Autonoetic consciousness / Autonoetisches Bewusstsein: Ein von Tulving vorgeschlagener Begriff für die Selbstwahrnehmung, die es dem Erinnernden ermöglicht, über den Inhalt des episodischen Gedächtnisses nachzudenken.
Binding / Bindung: Begriff, der sich auf die Verknüpfung von Merkmalen zu Objekten (z. B. von Farbe «Rot» und Form «Quadrat», zu einem roten Quadrat) oder von Ereignissen zu kohärenten Episoden bezieht.
Category-specific deficits / Kategoriespezifische Defizite: Durch Hirnschäden verursachte Störungen, bei denen das semantische Gedächtnis für bestimmte semantische Kategorien (z. B. Lebewesen) gestört ist.
Cell assemblies / Zellverbände: Ein von Hebb vorgeschlagenes Konzept zur Erklärung der physiologischen Grundlage des Langzeitlernens. Diese beruht hauptsächlich auf der Herstellung von Verbindungen zwischen den Zellen, die den Aufbau dieser Zellverbände bilden.
Change blindness / Veränderungsblindheit: Das Versäumnis zu erkennen, dass ein visuelles Objekt bewegt, verändert oder durch ein anderes Objekt ersetzt wurde.
Change blindness blindness / Veränderungsblindheit-Blindheit: Übertriebener Glaube einer Person, visuelle Veränderungen wahrnehmen zu können und nicht anfällig für Veränderungsblindheit zu sein.
Chunking / Gruppenbildung: Der Prozess, bei dem eine Reihe von Elementen zu einer einzigen Gruppe zusammengefasst wird, in der Regel auf der Grundlage von Langzeitgedächtnis.
Classical conditioning / Klassische Konditionierung: Ein Lernverfahren, bei dem ein neutraler Reiz (z. B. eine Glocke), der wiederholt mit einem eine Reaktion hervorrufenden Reiz (z. B. Fleischpulver) gepaart wird, zunehmend diese Reaktion (Speichelfluss) hervorruft.
Cognitive control / Kognitive Kontrolle: Die Fähigkeit, Gedanken im Einklang mit unseren Zielen flexibel zu kontrollieren, einschliesslich der Fähigkeit, unerwünschte Gedanken davon abzuhalten, ins Bewusstsein zu gelangen.
Cohort effect / Kohorteneffekt: Die Tendenz, dass sich Menschen, die in verschiedenen Zeiträumen geboren wurden, aufgrund historischer Veränderungen in Bezug auf Ernährung, Bildung und andere soziale Faktoren unterscheiden.
Collaborative inhibition / Kollaborative Inhibition: Ein Phänomen, bei dem sich eine Gruppe von Personen gemeinsam an deutlich weniger Material erinnert als die kombinierte Leistung jedes einzelnen Gruppenmitglieds, wenn es sich allein erinnert.
Retrieval competition / Abrufwettbewerb: Die theoretische Annahme, dass die Erinnerungen, die mit einem gemeinsamen Abrufreiz verbunden sind, automatisch den gegenseitigen Abruf behindern, wenn das Stichwort präsentiert wird.
Concept map / Konzeptkarte: Ein Diagramm, in dem die Verbindungen zwischen allgemeinen Begriffen und spezifischen Begriffen dargestellt sind.
Confabulation / Konfabulation: Erinnerung an etwas, das nicht stattgefunden hat.
Confirmation bias / Konfirmationsverzerrung: Erinnerungsverzerrungen, die durch den Einfluss von Erwartungen über das, was wahrscheinlich geschehen ist, verursacht werden.
Consolidation of Memory / Gedächtniskonsolidierung: Ein Prozess, bei dem sich das Gedächtnis verfestigt. Die Konsolidierung wird heute allgemein in zwei Prozesse unterteilt: Die synaptische Konsolidierung, von der man annimmt, dass sie im Hippocampus stattfindet und sich über einen Zeitraum von 24 Stunden erstreckt. Die systemische Konsolidierung, von der man annimmt, dass sie über einen viel längeren Zeitraum abläuft und die Übertragung von Informationen aus dem Hippocampus in andere Teile des Neocortex beinhaltet.
Context cues / Kontextbezogene Hinweise: Abrufhinweise, die Aspekte der Bedingungen spezifizieren, unter denen ein gewünschtes Ziel kodiert wurde, einschliesslich zum Beispiel des Ortes und der Zeit des Ereignisses.
Context dependent memory / Kontextabhängiges Gedächtnis: Die Erkenntnis, dass das Gedächtnis profitiert, wenn der räumlich-zeitliche, stimmungsmässige, physiologische oder kognitive Kontext beim Abruf mit dem beim Kodieren vorhandenen übereinstimmt.
Context shift hypothesis / Hypothese der Kontextverschiebung: Eine alternative Erklärung für auf der Listen-Methode basierendes gerichtetes Vergessen (eng. list -method directed forgetting) besteht darin, dass die Vergessensinstruktionen die Elemente der ersten Liste in einen eigenen Kontext stellen, der, wenn er nicht während des finalen Tests wiederhergestellt wird, den finalen Abrufkontext zu einem relativ unwirksamen Abrufhinweis macht.
Contextual fluctuation / Kontextfluktuation: Die allmähliche und anhaltende Veränderung des zufälligen Kontextes im Laufe der Zeit, so dass entfernte Erinnerungen stärker vom aktuellen Kontext abweichen als neuere Erinnerungen, wodurch die Wirksamkeit des aktuellen Kontexts als Abrufhinweis für ältere Erinnerungen abnimmt.
Cortical reinstatement / Kortikale Wiederherstellung: Die Reaktivierung von sensorischen Gedächtnisspuren, die von Neuronen in einzelnen kortikalen Modulen gespeichert werden, erfolgt durch Rückprojektionen aus dem Hippocampus, die die einzelnen Bestandteile einer Gedächtnisspur aktivieren und die ursprüngliche Erfahrung wiederherstellen.
Corsi block tapping / «Corsi-Blockatapping» Aufgabe: Visuell-räumliches Gegenstück zur Ziffernspanne mit einer Reihe von Blöcken, die der Prüfer in einer bestimmten Reihenfolge antippt, welche der Patient zu kopieren versucht.
Cue-Maintenance / Hinweis-Aufrechterhaltung: Der Prozess der Aufrechterhaltung von Hinweisen im Arbeitsgedächtnis beim intentionalen Abrufen eines Zielreizes, um die Suche zu steuern.
Cue-overload principle / Prinzip der Hinweisüberlastung: Die beobachtete Tendenz, dass der Erinnerungserfolg abnimmt, wenn die Anzahl der zu erinnernden Elemente, die mit einem Hinweis verbunden sind, steigt.
Cue-specification / Hinweis-Spezifikation: Die Kontrollprozesse, durch die man beim intentionalen Abrufen eines Zielreizes die Art des Ziels und alle kontextuellen Merkmale, die den Abruf einschränken könnten, spezifiziert und als Hinweise für die Suche festgelegt.
Deliberate practice / Bewusstes Üben: Die Beschäftigung mit einer Trainingsaktivität, die darauf abzielt, einen bestimmten Leistungsaspekt zu verbessern (einschliesslich unmittelbarer Rückmeldung, Möglichkeiten zur graduellen Verfeinerung über Wiederholungen und Problemlösung).
Digit span / Ziffernspanne: Maximale Anzahl von aufeinanderfolgend dargebotenen Ziffern, die zuverlässig in der richtigen Reihenfolge abgerufen werden können.
Direct (also: explicit) memory tests / Direkte (auch: explizite) Gedächtnistests: Eine Vielzahl von Gedächtnistests, die die Teilnehmer auffordern, vergangene Ereignisse abzurufen.
Directed forgetting / Gerichtetes Vergessen: Die Tendenz einer Anweisung, kürzlich erlebte Dinge zu vergessen, um das Gedächtnis für diese Dinge zu beeinträchtigen.
Distributed practice / Verteiltes Üben: Verteilen des Übens in eine Reihe kürzerer Sitzungen; im Gegensatz zum massierten Üben, das aus wenigen, langen Lernsitzungen besteht.
Double dissociation / Doppelte Dissoziation: Ein Begriff, der insbesondere in der Neuropsychologie verwendet wird, wenn zwei Patientengruppen gegensätzliche Defizitmuster aufweisen, z. B. normales STM und gestörtes LTM, bzw. normales LTM und gestörtes STM.
Dual-coding hypothesis / Hypothese der doppelten Kodierung: Wörter, die man sich einfach bildhaft vorstellen kann sind leicht zu lernen, da sie sowohl visuell als auch verbal kodiert werden können.
Dual-process theories of recognition / Duale-Prozesstheorie des Wiedererkennens: Eine Klasse von Wiedererkennungsmodellen, die davon ausgeht, dass die Beurteilung des Wiedererkennungsgedächtnisses auf zwei unabhängigen Formen des Abrufprozesses beruhen kann: Erinnerung und Vertrautheit.
Dud effect / Nieten-Effekt: Das Vertrauen eines Augenzeugen in seinen Irrtum steigt, wenn die Gegenüberstellung Personen umfasst, die dem Täter sehr unähnlich sind.
Echoic memory / Echoische Erinnerung: Ein Begriff, der manchmal auf das auditive sensorische Gedächtnis angewendet wird (analog dem ikonischen Gedächtnis).
Ecological validity / Ökologische Gültigkeit: Das Ausmass, in dem Forschungsergebnisse (insbesondere aus dem Labor) auf das Alltagsleben verallgemeinert werden können.
Elaborative rehearsal / Elaboratives Proben: Prozess, bei dem Dinge nicht einfach nur im Kopf behalten werden, sondern entweder tiefer oder ausführlicher verarbeitet werden.
Electro-encephalography (EEG) / Elektroenzephalographie (EEG): Ein System zur Aufzeichnung der elektrischen Potentiale des Gehirns durch eine Reihe von Elektroden, die auf der Kopfhaut angebracht werden.
Emotion regulation / Emotionsregulierung: Zielgerichtete Überwachung, Bewertung, Veränderung und Steuerung der eigenen emotionalen Reaktionen und Erinnerungen an emotionale Erfahrungen.
Encoding specificity principle / Grundsatz der Kodierspezifität: Je ähnlicher die beim Abruf verfügbaren Hinweise den Bedingungen beim Kodieren sind, desto effektiver sind die Hinweise.
Environmental support / Umweltunterstützung: Merkmale eines Gedächtnistests, die das Wiederauffinden unterstützen.
Episodic buffer / Episodischer Puffer: Eine Komponente des Arbeitsgedächtnismodells von Baddeley und Hitch, das von einem multidimensionalen Code ausgeht, der die Interaktion der verschiedenen Teilkomponenten des Arbeitsgedächtnisses mit dem Langzeitgedächtnis ermöglicht.
Episodic memory / Episodisches Gedächtnis: Ein System, von dem angenommen wird, dass es die Fähigkeit unterstützt, sich an bestimmte Ereignisse zu erinnern.
Episodic sequence learning / Episodisches Sequenzlernen: Die Fähigkeit, die zeitliche Abfolge von Ereignissen innerhalb eines grösseren Ereignisses darzustellen.
Evaluative conditioning / Evaluative Konditionierung: Die Tendenz, dass die Vorliebe für einen Reiz davon abhängt, wie häufig ihm angenehme oder unangenehme Reize folgen, die nichts mit ihm zu tun haben, wobei positive Reize die Vorliebe erhöhen und negative Reize die Vorliebe verringern.
Event-based prospective memory / Ereignisbasiertes prospektives Gedächtnis: Eine Form des prospektiven Gedächtnisses, bei der ein bestimmtes Ereignis den Anstoss zur Ausführung, der zuvor geplanten prospektiven Intention, gibt.
Event-related potentials (ERPs) / Ereigniskorrelierte Potentiale (EKPs): Das Muster der elektroenzephalographischen (EEG) Aktivität, das durch Mittelwertbildung der Hirnreaktionen auf denselben Reiz (oder ähnliche Reize) bei wiederholter Darbietung erhalten wird.
Everyday memory / Alltägliches Gedächtnis: Bezeichnung für eine Bewegung innerhalb der Gedächtnisforschung, die darauf abzielt, die Erforschung des Gedächtnisses von den Grenzen des Labors auf die Aussenwelt auszudehnen.
Explicit (also: declarative) memory / Explizites (auch: deklaratives) Gedächtnis: Gedächtnis, das für einen intentionalen Abruf offen ist, unabhängig davon, ob es auf der Erinnerung an persönliche Ereignisse (episodisches Gedächtnis) oder an Fakten (semantisches Gedächtnis) beruht.
Fading affect bias / Fading-Affekt-Verzerrung: Die beständige Tendenz, dass negative Erinnerungen im Laufe der Zeit schneller an affektiver Intensität verlieren als positive Erinnerungen.
Familiarity-based recognition / Auf Vertrautheit basierende Wiedererkennung: Ein schneller, automatischer Erkennungsprozess, der auf der Wahrnehmung der Stärke einer Gedächtnisspur beruht. Befürworter von Dual-Prozess-Modellen gehen davon aus, dass die Vertrautheit unabhängig von den für das «Sich-Erinnern» charakteristischen Kontextinformationen ist (vgl. im Gegensatz dazu auch Recollection / Sich-Erinnern).
Features / Merkmale: Elementare Komponenten, aus denen ein komplexes Gedächtnis zusammengesetzt werden kann, einschliesslich Wahrnehmungsaspekte wie Farben und Objektformen sowie konzeptionelle Elemente auf höherer Ebene.
Flashbulb memory / Blitzlichtartige Erinnerung: Bezeichnung für die detaillierte und scheinbar sehr genaue Erinnerung an ein dramatisches Erlebnis.
Focal retrograde amnesia / Fokale retrograde Amnesie: Eine besondere Form der psychogenen Amnesie ohne Fugue oder signifikanten Identitätsverlust, aber mit einem abrupten Verlust autobiografischer Erinnerungen, der umfangreich und anhaltend sein kann.
Focal task / Fokale Aufgabe: Eine laufende Aufgabe, die eine ähnliche Verarbeitung erfordert wie die des Zielreizes einer gleichzeitig durchgeführten prospektiven Gedächtnisaufgabe.
Forgetting curve (also: retention function) / Vergessenskurve (auch: Erinnerungsfunktion): Die logarithmische Abnahme der Gedächtnisleistung in Abhängigkeit von der verstrichenen Zeit (erstmals von Ebbinghaus beschrieben).
Frames / Rahmen: Eine Art von Schema, in dem Informationen über Objekte und ihre Eigenschaften gespeichert werden.
Free recall / Freier Abruf: Eine Methode, bei der den Teilnehmern eine Folge von Elementen vorgelegt wird, die sie anschliessend in beliebiger Reihenfolge ohne Hinweise abrufen sollen.
Fugue state / Fugue-Zustand: Eine Form der psychogenen Amnesie, bei der eine Person plötzlich den Zugang zu allen autobiografischen Erinnerungen aus ihrem Leben und ihrer persönlichen Identität verliert, was oft dazu führt, dass sie eine Zeit lang umherwandert, ohne zu wissen, wie sie an einen bestimmten Ort gekommen ist oder warum. Dieser Zustand verschwindet oft schnell (innerhalb von Tagen oder Wochen).
Fugue to focal retrograde amnesia / Fugue zu fokaler retrograder Amnesie: Eine besondere Form der psychogenen Amnesie, die mit einer Fugue beginnt, auf die jedoch eine Erholung oder ein Wiedererlernen der Identität folgt, jedoch mit persistierenden und lang anhaltenden Defiziten bei autobiografischen Erinnerungen, insbesondere bei älteren Erinnerungen.
Gaps in memory / Gedächtnislücken: Eine ausgeprägte Form der psychogenen Amnesie ohne Fugue oder signifikanten Verlust der persönlichen Identität, aber mit einem abrupten Verlust von diskreten Zeitabschnitten, die von Stunden bis zu Monaten reichen. Es können mehrere Lücken vorhanden sein.
Gestalt psychology / Gestaltpsychologie: Ein psychologischer Ansatz, der in den 1930er Jahren in Deutschland stark vertreten war und versuchte, das Gedächtnis und das Denken anhand von Wahrnehmungsprinzipien zu verstehen.
Habit learning / Lernen von Gewohnheiten: Allmähliches Erlernen einer Tendenz zur Ausführung bestimmter Handlungen angesichts eines bestimmten Reizes oder Kontextes, basierend auf einer Belohnungsgeschichte. Die instrumentelle Konditionierung ist eine Form des Gewohnheitslernens.
Highly superior autobiographical memory (HSAM) / Hochgradig überlegenes autobiografisches Gedächtnis: Ein neuerer Begriff für das hyperthymestische Syndrom, der sich auf Personen bezieht, die über ein aussergewöhnliches Gedächtnis für Lebensereignisse verfügen, die oft selbst triviale Ereignisse viele Jahre später kaum zu vergessen scheinen und die eine unheimliche Fähigkeit haben, Erinnerungen mit dem genauen Datum abzurufen.
Hippocampus / Hippocampus: Gehirnstruktur im medialen Temporallappen, die für die Bildung des Langzeitgedächtnisses wichtig ist.
Hypermnesia / Hypermnesie: Die Verbesserung der Erinnerungsleistung, die sich aus wiederholten Tests mit demselben Material ergibt.
Iconic memory / Ikonisches Gedächtnis: Ein Begriff, der auf die kurze Speicherung visueller Informationen angewendet wird (vgl. auch Echoisches Gedächtnis).
Immersion method / Immersionsmethode: Eine Strategie für den Fremdsprachenunterricht, bei der der Lernende in eine Umgebung versetzt wird, in der nur die Fremdsprache verwendet wird.
Implementation intentions / Umsetzungsabsichten: Pläne, in denen detailliert dargelegt wird, wie der Einzelne die von ihm gesetzten Ziele erreichen will.
Implicit (also: nondeclarative) memory / Implizites (auch: nicht-deklaratives) Gedächtnis: Abruf von Informationen aus dem Langzeitgedächtnis durch Leistung und nicht durch explizites bewusstes Abrufen oder Wiedererkennen.
Inattentional blindness / Unaufmerksamkeitsblindheit: Das Nichtwahrnehmen des Auftretens eines unerwarteten Objekts oder einer unerwarteten Veränderung in der visuellen Umgebung.
Incidental forgetting / Inzidentelles Vergessen: Gedächtnislücken, die ohne die Absicht zu vergessen auftreten.
Incidental learning / Inzidentelles Lernen: Lernsituation, in der der Lernende nicht weiss, dass ein Test stattfinden wird.
Infantile amnesia / Kindheitsamnesie: Tendenz zu wenigen autobiografischen Erinnerungen im Alter von unter fünf Jahren.
Inhibition / Inhibition: Ein allgemeiner Begriff, der auf Mechanismen angewendet wird, die andere Aktivitäten unterdrücken. Der Begriff kann auf einen bestimmten physiologischen Mechanismus oder auf ein allgemeineres Phänomen angewandt werden, wie bei der proaktiven und retroaktiven Interferenz. Das mit einer Gedächtnisspur verbundene Aktivierungsniveau wird aktiv reduziert, um ihre Zugänglichkeit zu vermindern.
Integration / Integration: Der Prozess der Verknüpfung neuer Informationen mit bereits vorhandenen Wissensstrukturen, wie z. B. früheren Schemata, Konzepten und Ereignissen.
Intentional learning / Intentionales Lernen: Lernen, wenn der Lernende weiss, dass es einen Test zum Behalten geben wird.
Interference / Interferenz: Das Phänomen, bei dem der Abruf einer Erinnerung durch das Vorhandensein verwandter Spuren im Gedächtnis gestört werden kann.
Interference resolution processes / Interferenzauflösungsprozesse: Die Prozesse, welche aktiviert werden, um beim Versuch, einen bestimmten Zielreiz abzurufen, die Interferenz durch konkurrierende Erinnerungen, aufzulösen.
Irrelevant sound effect / Irrelevanter Klangeffekt: Die Tendenz, von gleichzeitig fluktuierenden Geräuschen (z. B. Sprache oder Musik), das verbale Kurzzeitgedächtnis zu stören.
Latent inhibition / Latente Hemmung: Phänomen der klassischen Konditionierung, bei dem die mehrfache vorherige Darbietung eines neutralen Reizes mit dessen Beteiligung an der nachfolgenden Konditionierung interferiert.
Levels of Processing / Ebenen der Verarbeitung: Der Theorie von Craik und Lockhart, dass ein Gegenstand umso besser behalten werden kann, je tiefer er verarbeitet wird.
Lexical decision task / Lexikale Entscheidungsaufgabe: Die Teilnehmer, denen eine Buchstabenkette vorgelegt wird, müssen schnell entscheiden, ob die Buchstabenkette ein Wort bildet.
Life narrative / Lebensgeschichte: Ein kohärenter und integrierter Bericht über das eigene Leben, von dem man ausgeht, dass er die Grundlage des autobiografischen Gedächtnisses bildet. Eine Lebensgeschichte bietet eine organisierte Reihe von Schemata, mit denen wichtige episodische Ereignisse integriert werden können, was sowohl die Chancen der Konsolidierung erhöht als auch das Abrufen von Erinnerungen effizienter macht.
Longitudinal design / Längsschnittlicher Aufbau: Methode zur Untersuchung der Entwicklung oder des Alterns, bei der dieselben Teilnehmer sukzessive zu verschiedenen Zeitpunkten (in verschiedenen Altersstufen) getestet werden.
Long-term memory (LTM) / Langzeitgedächtnis (LZG): Ein System oder mehrere Systeme, von denen angenommen wird, dass sie Informationen über lange Zeiträume hinweg speichern können.
Long-term potentiation (LTP) / Langzeitpotenzierung: Ein Prozess, bei dem die synaptische Übertragung einer Zelle nach einer kürzlichen Aktivierung effektiver wird.
Long-term recency / Langzeitaktualität: Eine Tendenz, die letzten Elemente aus dem Langzeitgedächtnis gut abzurufen.
Long-term working memory / Langzeitarbeitsgedächtnis: Von Ericsson und Kintsch vorgeschlagenes Konzept zur Erklärung der Art und Weise, in der das Langzeitgedächtnis als Arbeitsgedächtnis zur Aufrechterhaltung komplexer kognitiver Aktivitäten genutzt werden kann.
Magnetic resonance imaging (MRI) / Magnetresonanztomographie (MRT): Ein Verfahren zur Bildgebung des Gehirns, das auf der Erkennung von Veränderungen beruht, die durch ein starkes Magnetfeld hervorgerufen werden.
Magneto-encephalography (MEG) / Magnetoenzephalographie (MEG): Ein System, bei dem die Aktivität der Neuronen im Gehirn durch die winzigen Magnetfelder, die ihre Aktivität erzeugt, erfasst wird.
Maintenance rehearsal / Aufrechterhaltungsprobe: Ein Prozess des Wiederholens, bei dem Dinge «im Gedächtnis behalten», aber nicht tiefergehend verarbeitet werden.
Masking / Maskierung: Ein Prozess, bei dem die Wahrnehmung und/oder Speicherung eines Reizes durch Ereignisse beeinflusst wird, die unmittelbar vor der Präsentation (Vorwärtsmaskierung) oder häufiger danach (Rückwärtsmaskierung) auftreten.
Mental time travel / Mentales Zeitreisen: Ein von Tulving geprägter Begriff, der die Art und Weise hervorhebt, in der das episodische Gedächtnis es uns ermöglicht, die Vergangenheit wieder zu erleben und diese Informationen zu nutzen, um uns die Zukunft vorzustellen.
Meta-analysis / Meta-Analyse: Eine Form der statistischen Analyse, die auf der Kombination der Ergebnisse zahlreicher Studien zu einem bestimmten Forschungsthema beruht.
Metamemory / Metagedächtnis: Wissen über das eigene Gedächtnis und die Fähigkeit, dessen Funktion zu regulieren.
Method of loci / Methode der Orte: Eine Gedächtnistechnik, bei der die zu erinnernden Elemente mit verschiedenen, dem Lernenden gut bekannten Orten verbunden werden.
Misinformation effect / Fehlinformationseffekt: Die verzerrende Wirkung von irreführenden Informationen, die nach einem Verbrechen oder einem anderen Ereignis präsentiert werden, auf die Erinnerung von Augenzeugen.
Modal model / Modales Modell: Ein Begriff, der auf das von Atkinson und Shiffrin (1968) entwickelte Modell des Gedächtnisses angewendet wird.
Model / Modell: Eine Methode zur präziseren Formulierung einer Theorie, die es ermöglicht, Vorhersagen zu treffen und zu überprüfen.
Mood-congruent memory / Stimmungskongruentes Gedächtnis: Verzerrung beim Abrufen von Erinnerungen, so dass bei negativer Stimmung negative Erinnerungen leichter abrufbar sind als positive und vice versa. Im Gegensatz zur Stimmungsabhängigkeit wirkt sie sich nicht auf den Abruf neutraler Erinnerungen aus.
Mood-dependent memory / Stimmungsabhängiges Gedächtnis: Eine Form des kontextabhängigen Effekts, bei dem das in einer bestimmten Stimmung Gelernte, ob positiv, negativ oder neutral, in dieser Stimmung am besten erinnert wird.
Motivated forgetting / Motiviertes Vergessen: Ein weit gefasster Begriff, der sowohl das intentionale Vergessen als auch das Vergessen aufgrund bestimmter Motive ohne bewusste Absicht umfasst.
Multimodal representation / Multimodale Repräsentation: Eine Repräsentation, die Eingaben aus vielen verschiedenen Sinnesmodalitäten wie Sehen, Hören, Tasten, Schmecken und Riechen zusammenfasst. Eine multimodale Repräsentation kann auch konzeptionelle und emotionale Merkmale enthalten.
Nonfocal task / Nichtfokale Aufgabe: Eine laufende Aufgabe, die eine andere Verarbeitung erfordert als die des Zielreizes einer gleichzeitig durchgeführten prospektiven Gedächtnisaufgabe.
Nonsense syllables / Nonsens-Silben: Aussprechbare, aber bedeutungslose Konsonant-Vokal-Konsonant Reize, die dazu dienen, das Lernen ohne den verkomplizierenden Faktor der Bedeutung zu untersuchen.
Nonword repetition test / Nichtwort Wiederholungstest: Ein Test, bei dem die Teilnehmer Nichtwörter hören und versuchen, sie zu wiederholen, wobei die Länge der Wörter allmählich zunimmt.
Object memory / Objektspeicher: System, das Informationen über visuelle Merkmale wie Farbe und Form vorübergehend speichert.
Obsessive-compulsive disorder (OCD) / Zwangsstörung: Eine Angststörung, die durch zwanghafte Gedanken und übermässiges Kontrollverhalten gekennzeichnet ist.
Offline processing / Offline-Verarbeitung: Ein Prozess, bei dem der Hippocampus entweder während des Schlafs oder in Zeiten der Ruhe periodisch Erinnerungen und Wissen aus der jüngsten Vergangenheit im Kortex wiederherstellt, vermutlich durch einen Prozess der hippocampalen Wiederholung, der die neokortikale Aktivierung der Elemente eines Ereignisses antreibt. Es wird angenommen, dass die Offline-Verarbeitung zufällig und nicht zielgerichtet ist.
Ongoing task / Laufende Aufgabe: Eine Aufgabe, die in Studien zum prospektiven Gedächtnis gleichzeitig mit einer Aufgabe zum prospektiven Gedächtnis durchgeführt wird.
Other-race effect / Fremdrasseneffekt Die Erkenntnis, dass Gesichter der gleichen Rasse im Allgemeinen genauer wiedererkannt werden als Gesichter anderer Rassen.
Own-age bias / Eigenes-Alter-Verzerrung: Die Tendenz von Augenzeugen, Personen aus dem eigenen Altersbereich genauer zu identifizieren als wesentlich ältere oder jüngere Personen.
Part-set cuing impairment / Beeinträchtigung durch Teilmengenverweis: Wenn Sie einen Teil einer Reihe von Elementen aktivieren (z. B. eine Kategorie, eine gedankliche Liste von Filmen, die Sie ausleihen möchten), behindert dies Ihre Fähigkeit, die verbleibenden Elemente der Reihe abzurufen.
Pattern completion / Fertigstellung des Musters: Der Prozess, bei dem die Präsentation einer Untergruppe von Merkmalen, die eine Erinnerung repräsentieren, die Aktivierung der verbleibenden Merkmalseinheiten, die diese Erinnerung repräsentieren, ausbreitet und das Aktivitätsmuster vervollständigt, das zum Abrufen der Erinnerung erforderlich ist.
Pegword method / Stichwort-Methode: Eine Gedächtnistechnik, bei der zu erinnernde Gegenstände mit Stichwörtern verknüpft werden, von denen sich jedes auf eine andere Zahl zwischen eins und zehn reimt.
Personal semantic memory / Persönliches semantisches Gedächtnis: Tatsachenwissen über die eigene Vergangenheit.
Personal semantics / Persönliche Semantik: Aspekte des eigenen persönlichen oder autobiografischen Gedächtnisses, die Elemente des episodischen Gedächtnisses und des semantischen Gedächtnisses kombinieren.
Phonological loop / Phonologische Schleife: Bezeichnung von Baddeley und Hitch für die Komponente ihres Modells, die für die vorübergehende Speicherung von sprachähnlichen Informationen zuständig ist.
Phonological similarity effect / Phonologischer Ähnlichkeitseffekt: Eine Tendenz zur Verringerung des unmittelbaren seriellen Abrufs von verbalem Material, wenn die Elemente ähnlich klingen.
Place cells / Ortszellen: Neuronen im Hippocampus, die immer dann reagieren, wenn sich ein Tier oder eine Person an einem bestimmten Ort in einer bestimmten Umgebung befindet. Die kollektive Aktivität dieser Neuronen ist vermutlich ein entscheidender Bestandteil der Darstellung bestimmter räumlicher Umgebungen, die entweder wahrgenommen oder erinnert werden.
Positivity bias / Positivitätsverzerrung: Die im Laufe des Lebens zunehmende Tendenz, mehr angenehme Erinnerungen abzurufen als neutrale oder unangenehme.
Positron emission tomography (PET) / Positronen-Emissions-Tomographie (PET): Eine Methode, bei der radioaktiv markierte Substanzen in den Blutkreislauf eingeführt und anschliessend überwacht werden, um die physiologische Aktivierung zu messen.
Posterior midline cortex / Posteriorer Mittellinienkortex: Ein Gebiet, das an den posterioren cingulären Kortex angrenzt und diesen mit einschliesst, oft auch den Precuneus und den retrosplenialen Kortex, der für den Abruf autobiografischer Erinnerungen entscheidend zu sein scheint, insbesondere für die Wiederherstellung an lebhafte visuell-räumliche Details.
Post-retrieval monitoring / Überwachung nach dem Abruf: Beim absichtlichen Abruf die Prozesse, mit denen man die Produkte der Gedächtnissuche bewertet, um festzustellen, ob die abgerufene Spur das ist, was wir suchen.
Post-traumatic amnesia (PTA) / Posttraumatische Amnesie (PTA): Die Patienten haben Schwierigkeiten, neue Erinnerungen zu bilden. Häufig nach einer schweren Gehirnerschütterung, die sich im Laufe der Zeit bessert.
Post-traumatic stress disorder (PTSD) / Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS): Emotionale Störung, bei der ein dramatisches und belastendes Ereignis wie eine Vergewaltigung zu anhaltenden Ängsten führt, die oft von lebhaften Erinnerungen an das Ereignis begleitet werden.
Primacy effect / Vorrangseffekt: Eine Tendenz, dass die ersten paar Elemente einer Sequenz besser erinnert werden als die meisten der folgenden Elemente.
Priming / Bahnung: Der Prozess, bei dem die Präsentation eines Elements die Verarbeitung eines nachfolgenden Elements beeinflusst, indem es entweder leichter (positive Bahnung) oder schwerer (negative Bahnung) verarbeitet wird.
Proactive interference / Proaktive Interferenz: Die Tendenz, dass ältere Erinnerungen den Abruf von ähnlichen kürzlich erworbenen Erinnerungen stören.
Process dissociation procedure (PDP) / Prozessdistanzierungsverfahren: Eine Technik zur Aufteilung der Beiträge von Erinnerung und Vertrautheit innerhalb einer Wiedererkennungsaufgabe.
Prospective memory / Prospektives Gedächtnis: Das Erinnern an eine beabsichtigte Handlung, ohne dass explizit darauf verwiesen wird (vgl. auch retrospektives Gedächtnis).
Psychogenic amnesia / Psychogene Amnesie: Tiefgreifende und überraschende Episoden des Vergessens von Lebensereignissen, die eher auf psychologische Faktoren als auf biologische Schäden oder Funktionsstörungen zurückzuführen sind.
Psychogenic fugue / Psychogene Fugue: Eine Form der psychogenen Amnesie, die typischerweise einige Stunden oder Tage nach einem schweren Trauma auftritt und bei der die Betroffenen ihre gesamte Lebensgeschichte vergessen, einschliesslich der Frage, wer sie sind.
Rationalization / Rationalisierung: Ein von Bartlett eingeführter Begriff, der sich auf die Tendenz bezieht, beim Erinnern von Geschichten Fehler zu produzieren, die den kulturellen Erwartungen des Erinnernden entsprechen.
Reality monitoring / Realitätüberwachung: Verwendung von Quellenüberwachungsprozessen, um zu entscheiden, ob sich eine Information im Gedächtnis auf ein reales Ereignis oder auf etwas Vorgestelltes bezieht.
Reality orientation training / Training zur Realitätsorientierung: Eine Methode zur Behandlung von Patienten im letzten Stadium der Demenz, die ihre zeitliche und örtliche Orientierung verloren haben.
Recency effect / Aktualitätseffekt: Die Tendenz, die letzten Punkte einer Liste gut zu erinnern.
Recognition memory / Wiedererkennungsgedächtnis: Die Fähigkeit einer Person, richtig zu entscheiden, ob sie einem Reiz in einem bestimmten Zusammenhang schon einmal begegnet ist.
Recollection / Sich-Erinnern: Die langsamere, mehr Aufmerksamkeit erfordernde Komponente des Wiedererkennungsgedächtnisses in dualen Prozessmodellen, die den Abruf von Kontextinformationen beinhaltet (vgl. im Gegensatz dazu auch Familiarity-based recognition / Auf Vertrautheit basierende Wiedererkennung).
Reconsolidation / Rekonsolidierung: Der Prozess, durch den sich eine bereits konsolidierte Gedächtnisspur wieder stabilisiert, nachdem sie durch Erinnerungen reaktiviert wurde. Während des Rekonsolidierungsfensters ist eine Gedächtnisspur anfällig für Störungen.
Reconstructive memory / Rekonstruktives Gedächtnis: Ein aktiver und schlussfolgernder Abrufprozess, bei dem Lücken im Gedächtnis auf der Grundlage früherer Erfahrungen, Logik und Ziele gefüllt werden.
Reductionism / Reduktionismus: Die Ansicht, dass alle wissenschaftlichen Erklärungen auf einer niedrigeren Analyseebene angesiedelt sein sollten: Psychologie in Bezug auf die Physiologie, Physiologie in Bezug auf die Chemie und Chemie in Bezug auf die Physik.
Remember-know procedure / Erinnern-kennen Verfahren: Ein Verfahren, das bei Tests zum Wiedererkennungsgedächtnis eingesetzt wird, um die Einflüsse von Vertrautheit und Erinnerung auf die Erkennungsleistung zu trennen. Für jeden Testgegenstand geben die Teilnehmer an, ob er erkannt wurde, weil sie sich an kontextbezogene Details erinnern können, als sie den Gegenstand sahen (klassifiziert als «erinnern»-Antwort), oder weil ihnen der Gegenstand bekannt vorkommt, auch wenn sie sich nicht direkt daran erinnern können (klassifiziert als «wissen»-Antwort).
Reminiscence / Reminiszenz: Das Wiedererinnern des Vergessenen, ohne dass ein Lernprozess oder eine allmähliche Verbesserung der Fähigkeit, vergangene Erfahrungen wiederzubeleben, stattfindet.
Reminiscence bump / Reminiszenz-Beule: Eine Tendenz bei Teilnehmern über 40, sich in hohem Masse an persönliche Erfahrungen aus ihren späten Teenager- und Zwanzigerjahren zu erinnern.
Reminiscence therapy / Reminiszenztherapie: Eine Methode, die Demenzkranken hilft, mit ihrer zunehmenden Amnesie umzugehen, indem sie Fotos und andere Erinnerungen an ihr früheres Leben verwendet.
Repetition priming / Wiederholungsbahnung: Verstärkte Verarbeitung eines Reizes, die sich aus kürzlichen Begegnungen mit diesem Reiz ergibt, eine Form des impliziten Gedächtnisses.
Repetition suppression / Wiederholungsunterdrückung: Verminderte Aktivität in einem Hirnareal, das für die Verarbeitung eines Reizes zuständig ist, wenn dieser Reiz wiederholt wird, im Vergleich zur Aktivität, wenn er zum ersten Mal auftritt.
Repression / Verdrängung: In der psychoanalytischen Theorie ein psychologischer Abwehrmechanismus, der unerwünschte Erinnerungen, Ideen und Gefühle ins Unbewusste verdrängt, um Konflikte und psychische Schmerzen zu verringern. Theoretisch kann die Verdrängung entweder bewusst oder unbewusst sein. Häufig wird der Begriff Unterdrückung verwendet, um die bewusste Variante zu bezeichnen.
Resource sharing / Ressourcenteilung: Nutzung einer begrenzten Aufmerksamkeitskapazität zur Aufrechterhaltung von zwei oder mehr gleichzeitigen Aktivitäten.
Retrieval / Abruf: Der Prozess der Wiederherstellung einer Erinnerung auf der Grundlage eines oder mehrerer Hinweise, wobei diese Erinnerung anschliessend ins Bewusstsein gebracht wird.
Retrieval-induced forgetting / Abrufinduziertes Vergessen: Die Tendenz, dass der Abruf einiger Zielobjekte aus dem Langzeitgedächtnis die spätere Fähigkeit beeinträchtigt, andere mit diesen Zielen verbundene Objekte abzurufen.
Retrieval inhibition hypothesis / Hypothese der Abrufhemmung: Ein vorgeschlagener Mechanismus, der dem auf die Listenmethode gerichteten Vergessen zugrunde liegt, legt nahe, dass die Elemente der ersten Liste als Reaktion auf die Anweisung zum Vergessen vorübergehend gehemmt werden und durch nachfolgende Präsentationen der zu vergessenden Elemente reaktiviert werden können.
Retrieval mode / Abrufmodus: Die kognitive Einstellung oder Geisteshaltung, die eine Person auf den Akt des Abrufens ausrichtet und sicherstellt, dass Reize als Abrufhinweise interpretiert werden.
Retrieval-practice paradigm / Abruftraining-Pradigma: Ein Verfahren zur Untersuchung des abrufinduzierten Vergessens.
Retroactive interference / Retroaktive Interferenz: Die Tendenz, dass kürzlich erworbene Erinnerungen den Abruf ähnlicher älterer Erinnerungen stören.
Retrograde amnesia / Retrograde Amnesie: Ein Problem beim Zugriff auf Ereignisse, die in der Vergangenheit liegen.
Retrospective memory / Retrospektives Gedächtnis: Erinnerung an Personen, Worte und Ereignisse aus der Vergangenheit.
Reverse temporal gradient / Umgekehrter zeitlicher Gradient: Die Tendenz, bei der fokalen retrograden Amnesie die ältesten autobiografischen Erinnerungen stärker zu vergessen als die jüngeren, im Gegensatz zur organischen Amnesie.
Reward-based enhancement of memory encoding / Belohnungsbasierte Verstärkung der Gedächtniskodierung: Die Tendenz, Belohnungen für erfolgreiche Gedächtnisleistungen anzubieten, um das langfristige Behalten des Lernstoffs zu verbessern.
Schema / Schema: Von Bartlett vorgeschlagen, um zu erklären, wie unser Wissen über die Welt strukturiert ist und die Art und Weise beeinflusst, in der neue Informationen gespeichert und anschliessend abgerufen werden.
Scripts / Skript: Eine Art Schema, das sich auf die typischen Abfolgen von Ereignissen in verschiedenen alltäglichen Situationen bezieht (z. B. Essen in einem Restaurant).
Severely deficient autobiographical memory (SDAM) / Schweres autobiografisches Gedächtnisdefizit: Ein neuropsychologischer Zustand, bei dem ansonsten gut funktionierende Personen dennoch weitgehend unfähig sind, sich an autobiografische Erfahrungen zu erinnern oder sie erneut zu erleben.
Semantic coding / Semantische Kodierung: Die Verarbeitung eines Objekts in Bezug auf seine Bedeutung und damit die Verknüpfung mit anderen Informationen im Langzeitgedächtnis.
Semantic dementia / Semantische Demenz: Eine fortschreitende neurodegenerative Störung, die durch eine allmähliche Verschlechterung des semantischen Gedächtnisses gekennzeichnet ist.
Semantic memory / Semantisches Gedächtnis: Ein System, von dem angenommen wird, dass es akkumulativ Wissen über die Welt speichert.
Semantic priming / Semantische Bahnung: Die Feststellung, dass die Wortverarbeitung durch die vorherige Präsentation eines semantisch verwandten Wortes erleichtert wird.
Semanticization / Semantisierung: Das Phänomen, dass sich episodische Erinnerungen mit der Zeit in semantische Erinnerungen verwandeln.
Sensory memory / Sensorisches Gedächtnis: Ein Begriff, der auf die kurzzeitige Speicherung von Informationen innerhalb einer bestimmten Modalität angewendet wird.
Short-term memory (STM) / Kurzzeitgedächtnis (KZG): Ein Begriff, der für die Speicherung kleiner Mengen von Material über Zeiträume von einigen Sekunden verwendet wird.
Signal detection theory / Signaldetektionstheorie: Ein Modell des Wiedererkennungsgedächtnisses, das davon ausgeht, dass Erinnerungsziele (Signale) und Erinnerungsköder (Rauschen) in einem Wiedererkennungstest ein Attribut besitzen, das als Stärke oder Vertrautheit bezeichnet wird und das in abgestufter Weise auftritt. Dabei weisen bereits bekannte Elemente im Allgemeinen eine höhere Stärke auf als neue Elemente. Beim Wiedererkennungsprozess wird die Stärke eines bestimmten Testobjekts ermittelt und dann entschieden, ob es einen bestimmten Schwellenwert überschreitet, ab dem es als bereits bekannt gilt. Die Signaldetektionstheorie bietet Analyseinstrumente, mit denen sich das wahre Gedächtnis von den Beurteilungsfehlern bei der Wiedererkennung trennen lässt.
Skill learning / Erlernen von Fertigkeiten: Eine durch Übung herbeigeführte Veränderung in Bezug auf eine Aufgabe, die es einer Person ermöglicht, diese schneller oder genauer auszuführen als zuvor. Das Erlernen von Fertigkeiten umfasst sowohl kognitive als auch motorische Fertigkeiten.
Sleep-dependent replay / Schlafabhängige Wiederholung: Die Beobachtung, dass während des Schlafs das vor dem Schlafen gelernte Material häufig reaktiviert oder im Hippocampus «wiedergegeben» wird, was vermutlich die Konsolidierung dieses Inhalts im Langzeitgedächtnis erleichtert.
Sleep dependent triage / Schlafabhängige Triage: Die Erkenntnis, dass Schlaf das Gedächtnis für Inhalte, die vor dem Schlafen gelernt wurden, auf selektive Weise verbessert, wobei auffälliges Material (aufgrund von Emotionen oder wahrgenommener Wichtigkeit) bevorzugt wird und das Vergessen von weniger wichtigem Material erleichtert wird.
Source misattribution error / Quellezuweisungsfehler: Wenn es darum geht, die Quelle einer Information im Gedächtnis zu bestimmen, machen Menschen manchmal Fehler und ordnen ihre Erinnerung einer anderen Quelle falsch zu.
Source monitoring / Quelleüberwachung: Der Prozess der Überprüfung der kontextuellen Ursprünge einer Erinnerung, um festzustellen, ob sie aus einer bestimmten Quelle kodiert wurde.
Spatial working memory / Räumliches Arbeitsgedächtnis: System zur vorübergehenden Speicherung von Informationen über die räumliche Lage.
Spatio-temporal context / Räumlich-zeitlicher Kontext: Der spezifische Ort und die spezifische Zeit eines Ereignisses, wobei räumliche Informationen über eine Umgebung dazu beitragen, den Ort zu kodieren, an dem etwas geschehen ist, und zeitliche Informationen dazu, zu kodieren, wann es geschehen ist.
Spontaneous recovery / Spontane Erholung: Der Begriff stammt aus der klassischen Konditionierungsliteratur und bezeichnet das Wiederauftreten einer zuvor gelöschten konditionierten Reaktion nach einer Verzögerung; in ähnlicher Weise wurde beobachtet, dass sich vergessene deklarative Erinnerungen mit der Zeit erholen.
Word-stem completion / Wortstammergänzung: Eine Aufgabe, bei der das Behalten eines Wortes getestet wird, indem die ersten Buchstaben präsentiert werden.
Stereotypes / Stereotypen: Schemata, die übermässig vereinfachte (oft negative) Verallgemeinerungen über bestimmte Gruppen enthalten.
Story mnemonic / Geschichten-Mnemonik: Eine Gedächtnistechnik, bei der eine Geschichte konstruiert wird, in der nicht zusammenhängende Wörter in der richtigen Reihenfolge miteinander verbunden werden.
Structural plasticity / Strukturelle Plastizität: Die Fähigkeit des Gehirns, strukturelle Veränderungen als Reaktion auf veränderte Umweltanforderungen vorzunehmen.
Subjective organization / Subjektive Organisation: Eine Strategie, mit der ein Lernender versucht, unstrukturiertes Material so zu organisieren, dass das Lernen verbessert wird.
Super-recognizers / Super-Erkenner: Personen, die eine herausragende Fähigkeit haben, menschliche Gesichter zu erkennen.
Supervisory attentional system (SAS) / Aufmerksamkeitsüberwachungssystem: Eine Komponente des von Norman und Shallice vorgeschlagenen Modells zur Erklärung der Aufmerksamkeitssteuerung von Handlungen.
Suppression-induced forgetting / Unterdrückungsinduziertes Vergessen: Die Beeinträchtigung des Gedächtnisses für ein Zielobjekt, die häufig auftritt, wenn eine Person den durch einen Erinnerungshinweis ausgelösten episodischen Abruf dieses Zielobjekts absichtlich unterbricht oder unterdrückt.
Synesthesia / Synästhesie: Die Tendenz, dass eine Sinneserlebnis eine andere hervorruft, das normalerweise nicht durch ersteres hervorgerufen wird. Zum Beispiel: Ein schwarz auf weiss gedruckter Buchstabe (A) löst ein Farberlebnis (rot) aus.
Systems consolidation / Systemkonsolidierung: Prozess der allmählichen Reorganisation der Regionen des Gehirns, die das Gedächtnis unterstützen. Die Informationen werden im Gehirn durch einen Prozess der Übertragung von einem anatomischen System auf ein anderes konsolidiert.
Task switching / Aufgabenwechsel: Ein Prozess, bei dem ein System mit begrenzter Kapazität die Aktivität bei zwei oder mehr Aufgaben aufrechterhält, indem es zwischen ihnen wechselt.
Test-enhanced learning / Testgestütztes Lernen: Die Tendenz, dass eine Lernphase einen viel grösseren Lernerfolg bringt, wenn sie auf einen Abruftest des Lernstoffs folgt.
Testing effect / Testeffekt: Die Erkenntnis, dass sich das Langzeitgedächtnis verbessert, wenn ein Grossteil der Lernzeit dem Abrufen der zu erinnernden Informationen gewidmet ist.
Think/no-think paradigm / Denken/Nicht-Denken Paradigma: Ein Verfahren zur Untersuchung der Fähigkeit, den Abruf einer Erinnerung willentlich zu unterdrücken, wenn man mit Hinweisen an die Erinnerung konfrontiert wird.
Time-based prospective memory / Zeitbasiertes prospektives Gedächtnis: Eine Form des prospektiven Gedächtnisses, bei der die Zeit der Anhaltspunkt zur Ausführung, der zuvor geplanten prospektiven Intention, ist.
Time cells / Zeitzellen: Neuronen im Hippocampus, die bestimmte Zeitpunkte in einer zeitlichen Abfolge kodieren, unabhängig von äusseren Reizen, deren Aktivität zur Darstellung der Zeit in episodischen Erinnerungen beitragen kann.
Total time hypothesis / Gesamtzeithypothese: Der Vorschlag, dass die Lernmenge eine einfache Funktion der für die Lernaufgabe aufgewendeten Zeit ist.
Trace decay / Spurenzerfall: Das allmähliche Verblassen von Gedächtnisspuren durch das blosse Vergehen von Zeit.
Transcranial direct current stimulation (tDCS) / Transkranielle Gleichstromstimulation: Eine Technik, bei der ein sehr schwacher elektrischer Strom durch einen Bereich des Gehirns geleitet wird; anodale tDCS verbessert häufig die Leistung.
Transcranial magnetic stimulation (TMS) / Transkranielle Magnetstimulation (TMS): Eine Technik, bei der magnetische Impulse kurzzeitig die Funktion eines bestimmten Hirnbereichs stören; die Verabreichung mehrerer Impulse in schneller Folge wird als repetitive transkranielle Stimulation (rTMS) bezeichnet.
Transfer-appropriate processing (TAP) / Transfergerechte Verarbeitung: Vorschlag, dass das Behalten am besten ist, wenn die Art der Kodierung und die Art des Abrufs gleich sind.
Traumatic brain injury / Traumatische Hirnverletzung: Verursacht durch einen Schlag oder Stoss gegen den Kopf oder durch eine penetrierende Kopfverletzung. Die normale Gehirnfunktion ist gestört. Der Schweregrad reicht von «leicht» (kurze Veränderung des geistigen Zustands oder des Bewusstseins) bis «schwer» (längere Zeit Bewusstlosigkeit oder Amnesie nach der Verletzung).
Typicality effect / Typikalitätseffekt: Die Feststellung, dass die Zeit, die benötigt wird, um die Zugehörigkeit eines Mitglieds zu einer Kategorie zu entscheiden, bei typischen Mitgliedern geringer ist als bei atypischen.
Unconscious transference / Unbewusste Übertragung: Die Tendenz von Augenzeugen, ein bekanntes (aber unschuldiges) Gesicht fälschlicherweise für das des Täters zu halten.
Unlearning / Verlernen: Die Behauptung, dass die assoziative Bindung, die einen Reiz mit einer Gedächtnisspur verbindet, geschwächt wird, wenn die Spur irrtümlich abgerufen wird und dieser Fehler bemerkt wird, wenn eine andere Spur gesucht wird.
Ventromedial prefrontal cortex (vmPFC) / Ventromedialer präfrontaler Kortex: Ein Teil des präfrontalen Kortex, der sich entlang der Mittellinie des Gehirns (d. h. in der Mitte) weiter unten im präfrontalen Kortex befindet. Von vmPFC wird angenommen, dass er eine wichtige Rolle bei der Integration jüngster episodischer Erfahrungen mit gut konsolidiertem Hintergrundwissen und Schemata spielt. Der vmPFC spielt ebenfalls eine Rolle bei der Beschleunigung der Konsolidierung von schematisch verwandten episodischen Erinnerungen.
Verbal learning / Verbales Lernen: Bezeichnung für einen Gedächtnisansatz, der sich hauptsächlich auf das Lernen von Wortlisten und Nonsens-Silben stützt.
Verbal overshadowing effect / Verbaler Überschattungseffekt: Die Verringerung des Wiedererkennungsleistung für Gesichter, die häufig auftritt, wenn Augenzeugen vor dem Wiedererkennungstest verbale Beschreibungen dieser Gesichter abgeben.
Visuo-spatial sketchpad / Visuell-räumlicher Skizzenblock: Eine Komponente des Modells von Baddeley und Hitch, von der angenommen wird, dass sie für die vorübergehende Aufrechterhaltung visueller und räumlicher Informationen verantwortlich ist.
Visuo-spatial short-term memory / Visuo-räumliches Kurzzeitgedächtnis: Behalten von visuellen und/oder räumlichen Informationen über kurze Zeiträume hinweg.
Von Restorff effect / Von Restorff-Effekt: Die Feststellung, dass ein zu erinnerndes Element, das sich deutlich von anderen Elementen unterscheidet, mit besonderer Wahrscheinlichkeit erinnert wird (z. B. ein rot geschriebenes Wort in einer Liste von schwarz geschriebenen Wörtern).
Weapon focus / Waffenfokus: Die Erkenntnis, dass Augenzeugen sich nur schlecht an Details eines Verbrechens erinnern können, weil sie ihre Aufmerksamkeit auf die Waffe des Täters richten.
Word fragment completion test / Wortfragmentvervollständigungstest: Ein Verfahren, bei dem das Gedächtnis für ein Wort getestet wird, indem einige Buchstaben gestrichen werden und die Teilnehmer aufgefordert werden, das Wort zu bilden.
Word length effect / Effekt der Wortlänge: Eine Tendenz zur Verringerung der verbalen Gedächtnisspanne, wenn längere Wörter verwendet werden.
Working memory / Arbeitsgedächtnis: Ein Gedächtnissystem zur Speicherung und Manipulation. Das heisst, ein Gedächtnissystem das unsere Fähigkeit unterstützt, bei der Ausführung komplexer Aufgaben «Dinge im Kopf zu behalten».
Working memory capacity / Arbeitsgedächtniskapazität: Eine Einschätzung, wie viele Informationen gleichzeitig verarbeitet und gespeichert werden können.
Working memory span / Arbeitsgedächtnisspanne: Bezeichnung für eine Reihe komplexer Gedächtnisaufgaben, bei denen eine gleichzeitige Speicherung und Verarbeitung erforderlich ist.
Working self / Funktionierendes Selbst: Ein Konzept, das von Conway vorgeschlagen wurde, um die Art und Weise zu erklären, wie autobiografisches Wissen angesammelt und genutzt wird.