
Diese Veranstaltung wird aufgezeichnet. Das Audiosignal Ihrer Wortmeldungen wird aufgezeichnet. Ihr Videosignal wird nicht aufgezeichnet.
Leistungsnachweis
Prospektives Gedächtnis definiert die Bildung von Absichten, welche zu einem späteren Zeitpunkt selbstinitiiert wieder abgerufen werden sollen (Einstein & McDaniel, 1990).
Arbeitsgedächtnis ist für das temporäre halten und manipulieren von Informationen zuständig (Baddeley, 1992).
Indirekte Evidenz, dass es gemeinsame Prozesse zwischen dem prospektiven Gedächtnis und dem Arbeitsgedächtnis gibt (z.B. Anderson et al., 2019)
Forschungslücke
Direkte Evidenz für geteilte Prozesse zwischen prospektivem Gedächtnis und Arbeitsgedächtnis ist ausstehend
Forschungsfrage
Können wir direkte, kausale Evidenz für gemeinsame Prozesse zwischen dem Arbeitsgedächtnis und dem prospektiven Gedächtnis finden?
Doppelaufgabenansatz: Das parallele Ausführen von zwei verschiedenen Aufgaben, um den Einfluss aufeinander zu testen. Besteht im Experiment aus einer laufenden Arbeitsgedächtnisaufgabe und einer prospektiven Aufgabe.
Laufende Aufgabe: Verzögerte Schätzaufgabe, bei welcher Bilder in einer Lernphase in randomisierten Farben gezeigt werden. Anschliessen werden die gleichen Bilder in einer Testphase in Grau präsentiert und die vorher angezeigte Farbe muss mit einem Farbkreis wieder eingestellt werden.
Prospektive Aufgabe: Bei Bildern spezifischer Kategorien (z.B. Tieren) muss eine vorher einmalig angezeigte Farbe in der Testphase eingestellt werden. Unabhängig der in der Lernphase präsentierten Farbe.
Abbildung 1: Exemplarische Darstellung der Methode in Sitzung zwei
Das Experiment folgt einem 3 (Ladung: Wie viele Bilder werden pro Lernphase gezeigt, 1,3 oder 5) x 2 (Block: Wird nur die laufende Aufgabe oder auch parallel die prospektive Aufgabe ausgeführt) Innersubjektdesign.
Abhängige Variable: absolute Abweichung von der Originalfarbe
N = 32
Eine Person als Ausreisser ausgeschlossen
Durchschnittliches Alter = 37.55
Range Alter = 22-55
Verteilung Geschlechter: 4m, 28w
Abbildung 2: Mediane Farbabweichung in Grad pro Ladung und Block
Abbildung 3: Mediane Farbabweichung der Hinweisreize in Grad pro Ladung
Alle Aussagen “underpowered”
Das Hinzufügen einer prospektiven Aufgabe verschlechtert die Leistung der Arbeitsgedächtnisaufgabe
Effekt am stärksten/signifikant in Load/Ladung 3 wo potentiell noch eher “monitoring” betrieben werden kann
Ergebnisse sprechen für gemeinsame kognitive Prozesse zwischen dem prospektiven- und dem Arbeitsgedächtnis
Autobiographical Memory Interview (Kopelman, 1990 in Baddeley et al., 2020)
Ist es nicht so, dass klassische Amnesien besonders das episodische Gedächtnis betreffen? In der Beschreibung des oben genannten Interviews werden aber “sachbezogene Fragen für die Sondierung des persönlichen semantischen Gedächtnisses” gestellt. Kann dieser Test somit als Messinstrument für ein sehr spezifisches Muster der Amnesie angesehen werden? Oder wie ist das “persönliche semantische” einzuordnen? Wie in einem früheren Kapitel dargelegt, ist das autobiografische Gedächtnis aber nicht deckungsgleich mit dem episodischen oder semantischen Gedächtnis sondern enthält episodische bzw. semantische Aspekte der eigenen Persönlichkeit.
Ich schwimme in der Unterscheidung des autobiogr. u episodischen Gedächtnisses. Meines Wissens bezeichnen beide Gedächtnisse die Fähigkeit, spezifische Ereignisse aus der persönlichen Vergangenheit abzurufen u wieder zu erleben.
Bei den Lernzielen zu Kapitel 11 steht, dass man das autobio. Gedächtnis vom episodischen Gedächtnis abgrenzen können muss. Als Antwort auf diese Frage steht dann im Erkenntnisgewinn zu Kapitel 11, dass das autobiogr. Gedächtnis sich durch die Reminiszenz-Beule vom episodischen Gedächtnis abgrenzt. Ich weiss, was die Reminiszenz-Beule ist, aber ich verstehe nicht warum diese das Zünglein an der Waage zwischen autobiogr. u episodischem Gedächtnis ist.


Um was für ein experimentelles Design handelt es sich hier?
Shelton & Christopher (2016)