M09: Lernen und Gedächtnis

Onlineveranstaltung 05


Prof. Dr. Nicolas Rothen, MSc Tobias Kühlwein, Dr. Michael Rihs








Diese Veranstaltung wird aufgezeichnet. Das Audiosignal Ihrer Wortmeldungen wird aufgezeichnet. Ihr Videosignal wird nicht aufgezeichnet.

Übersicht


  • Organisatorisches
  • Eigene Studie
  • Diskussion
  • Studie im Fokus
  • Fragen
  • Frohe Festtage

Organisatorisches


  • Wo stehen wir?
  • Prüfung
  • Experiment

Semesterplan


  • Prospektives Gedächtnis
  • Entwicklung über die Lebensspanne
  • Amnesie

Prüfung: Zoom + Proctorio

Ablauf der Prüfung


  • Ein Tag vor der Prüfung: Zugang zu Moodle-Seite mit der Prüfung
  • Prüfungsvoraussetzung: Unterzeichnung der eidesstattlichen Erklärung
  • Anschliessend Zoom-Meeting zur Prüfungsbeaufsichtigung
  • Start der beaufsichtigten Prüfung über das Plugin von Proctorio

Prüfungsbedingungen


  • Verbleiben im Zoom-Meeting während der gesamten Prüfungsdauer
  • Nur einen Bildschirm verwenden
  • Andere Programme, Browserfenster, Browsertabs müssen geschlossen werden
  • Prüfung wird im Vollbildmodus gestartet, welcher nicht verlassen werden darf
    (Sie dürfen während der Prüfung auch nicht auf Zoom wechseln!)
  • Bei technischen Problem rufen Sie die Prüfungshotline an
  • Sie müssen während der Prüfung auf der bei STUS hinterlegten Nummer erreichbar sein

Teilnahme an Experiment


Leistungsnachweis

  • Prüfungszulassung: Teilnahme am Experiment
  • Frist: 24.12.2024
  • Ziel: seriöse Durchführung
  • Dauer: 3 x 75 min (an verschiedenen Tagen)

Exp.: Prospektives Gedächtnis


Prospektives Gedächtnis definiert die Bildung von Absichten, welche zu einem späteren Zeitpunkt selbstinitiiert wieder abgerufen werden sollen (Einstein & McDaniel, 1990).


Arbeitsgedächtnis ist für das temporäre halten und manipulieren von Informationen zuständig (Baddeley, 1992).

Theoretischer Hintergrund


Indirekte Evidenz, dass es gemeinsame Prozesse zwischen dem prospektiven Gedächtnis und dem Arbeitsgedächtnis gibt (z.B. Anderson et al., 2019)

Forschungslücke und –frage


Forschungslücke

Direkte Evidenz für geteilte Prozesse zwischen prospektivem Gedächtnis und Arbeitsgedächtnis ist ausstehend


Forschungsfrage

Können wir direkte, kausale Evidenz für gemeinsame Prozesse zwischen dem Arbeitsgedächtnis und dem prospektiven Gedächtnis finden?

Methode


Doppelaufgabenansatz: Das parallele Ausführen von zwei verschiedenen Aufgaben, um den Einfluss aufeinander zu testen. Besteht im Experiment aus einer laufenden Arbeitsgedächtnisaufgabe und einer prospektiven Aufgabe.


Laufende Aufgabe: Verzögerte Schätzaufgabe, bei welcher Bilder in einer Lernphase in randomisierten Farben gezeigt werden. Anschliessen werden die gleichen Bilder in einer Testphase in Grau präsentiert und die vorher angezeigte Farbe muss mit einem Farbkreis wieder eingestellt werden.


Prospektive Aufgabe: Bei Bildern spezifischer Kategorien (z.B. Tieren) muss eine vorher einmalig angezeigte Farbe in der Testphase eingestellt werden. Unabhängig der in der Lernphase präsentierten Farbe.

Abbildung Methode

Abbildung 1: Exemplarische Darstellung der Methode in Sitzung zwei

Design


Das Experiment folgt einem 3 (Ladung: Wie viele Bilder werden pro Lernphase gezeigt, 1,3 oder 5) x 2 (Block: Wird nur die laufende Aufgabe oder auch parallel die prospektive Aufgabe ausgeführt) Innersubjektdesign.


Abhängige Variable: absolute Abweichung von der Originalfarbe

Demographische Daten


  • N = 32

  • Eine Person als Ausreisser ausgeschlossen

  • Durchschnittliches Alter = 37.55

  • Range Alter = 22-55

  • Verteilung Geschlechter: 4m, 28w

Laufende Aufgabe

Abbildung 2: Mediane Farbabweichung in Grad pro Ladung und Block

Prospektive Aufgabe

Abbildung 3: Mediane Farbabweichung der Hinweisreize in Grad pro Ladung

Erkentnissgewinn

  • Alle Aussagen “underpowered”

  • Das Hinzufügen einer prospektiven Aufgabe verschlechtert die Leistung der Arbeitsgedächtnisaufgabe

  • Effekt am stärksten/signifikant in Load/Ladung 3 wo potentiell noch eher “monitoring” betrieben werden kann

  • Ergebnisse sprechen für gemeinsame kognitive Prozesse zwischen dem prospektiven- und dem Arbeitsgedächtnis

Diskussion


  • Autobiografisch vs. semantisch
  • Autobiografisch vs. episodisch

Autobiografisch vs. semantisch


Autobiographical Memory Interview (Kopelman, 1990 in Baddeley et al., 2020)


Ist es nicht so, dass klassische Amnesien besonders das episodische Gedächtnis betreffen? In der Beschreibung des oben genannten Interviews werden aber “sachbezogene Fragen für die Sondierung des persönlichen semantischen Gedächtnisses” gestellt. Kann dieser Test somit als Messinstrument für ein sehr spezifisches Muster der Amnesie angesehen werden? Oder wie ist das “persönliche semantische” einzuordnen? Wie in einem früheren Kapitel dargelegt, ist das autobiografische Gedächtnis aber nicht deckungsgleich mit dem episodischen oder semantischen Gedächtnis sondern enthält episodische bzw. semantische Aspekte der eigenen Persönlichkeit.

Autobiographisch vs. episodisch


Ich schwimme in der Unterscheidung des autobiogr. u episodischen Gedächtnisses. Meines Wissens bezeichnen beide Gedächtnisse die Fähigkeit, spezifische Ereignisse aus der persönlichen Vergangenheit abzurufen u wieder zu erleben.


Bei den Lernzielen zu Kapitel 11 steht, dass man das autobio. Gedächtnis vom episodischen Gedächtnis abgrenzen können muss. Als Antwort auf diese Frage steht dann im Erkenntnisgewinn zu Kapitel 11, dass das autobiogr. Gedächtnis sich durch die Reminiszenz-Beule vom episodischen Gedächtnis abgrenzt. Ich weiss, was die Reminiszenz-Beule ist, aber ich verstehe nicht warum diese das Zünglein an der Waage zwischen autobiogr. u episodischem Gedächtnis ist.

Studie im Fokus


Um was für ein experimentelles Design handelt es sich hier?

Fragen

Frohe Festtage

Literatur


Anderson, F. T., Strube, M. J., & McDaniel, M. A. (2019). Toward a better understanding of costs in prospective memory: A meta-analytic review. Psychological Bulletin, 145(11), 1053–1081. https://doi.org/10.1037/bul0000208
Baddeley. (1992). Working Memory. Science, 255(5044), 556–559. https://doi.org/10.1126/science.1736359
Baddeley, Eysenck, M. W., & Anderson, M. C. (2020). Memory (3. Aufl.). Routledge.
Einstein, G. O., & McDaniel, M. A. (1990). Normal aging and prospective memory. Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, and Cognition, 16(4), 717–726. https://doi.org/10.1037/0278-7393.16.4.717
Shelton, J. T., & Christopher, E. A. (2016). A fresh pair of eyes on prospective memory monitoring. Memory & Cognition, 44(6), 837–845. https://doi.org/10.3758/s13421-016-0601-3


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