M09: Lernen und Gedächtnis

Onlineveranstaltung 04


Prof. Dr. Nicolas Rothen, MSc Tobias Kühlwein, Dr. Michael Rihs








Diese Veranstaltung wird aufgezeichnet. Das Audiosignal Ihrer Wortmeldungen wird aufgezeichnet. Ihr Videosignal wird nicht aufgezeichnet.

Übersicht


  • Organisatorisches
  • Eigene Studie
  • Diskussion
  • Studie im Fokus
  • Fragen
  • Ausblick

Organisatorisches


  • Wo stehen wir?
  • Offene Fragen

Semesterplan


  • Vergessen
  • Autobiographisches Gedächtnis
  • Augenzeugengedächtnis

Teilnahme an Experiment


Leistungsnachweis

  • Prüfungszulassung: Teilnahme am Experiment
  • Frist: 24.12.2024
  • Ziel: seriöse Durchführung
  • Dauer: 3 x 75 min (an verschiedenen Tagen)

Eigene Studie zu autobigrafischem Gedächtnis

Hintergrund


  • Unterschiedliche Reminiscence Bumps für „private” und „öffentliche” Ereignisse

    • Öffentliche Ereignisse: 10-20 Jahre

    • Private Ereignisse: 20-30 Jahre


  • Analog zu Eriksons Entwicklungsstufen

    • Identitätsbildung in Adoleszenz: Öffentliche Ereignisse

    • Intimitätssuche in frühem Erwachsenenalter: Private Ereignisse

Hintergrund


Studie


3 Minuten freier Abruf von Inhalten

  • Private Ereignisse

  • Öffentliche Ereignisse

  • Musik

  • Filme

  • Sport

  • Politik

Danach Jahr der Kodierung angeben

Unterschiedliche Generationen

  • Baby Boomer (1946 - 1964)

  • Generation X (1965 - 1980)

  • Generation Y (1981 - 1996)

  • Generation Z (1997 - 2012)

Ergebnisse

Ergebnisse

Ergebnisse

Diskussion


  • Rückmeldung «Offene Fragen»
  • Retroaktive vs. proaktive Interferenz
  • Kontextfluktuation / Kontextverschiebung

Rückmeldung «Offene Fragen»


Vorbildliches Referenzieren im Text

Rückmeldung «Offene Fragen»


Vorbildliches Literaturverzeichnis

Retro- vs. proaktive Interferenz


Beschreiben Sie ein je ein experimentelles Paradigma zum Testen von:


  • Proaktiver Interferenz
  • Retroaktiver Interferenz

Retro- vs. proaktive Interferenz


Baddeley et al. (2020), S. 292, Abb. 9.5 links

Baddeley et al. (2020), S. 294, Abb. 9.7 links

Retroaktive Interferenz


Baddeley et al. (2020), S. 292, Abb. 9.5

Proaktive Interferenz


Baddeley et al. (2020), S. 294, Abb. 9.7

Kontextfluktuation

Kapitel 9, S. 287 (Delaney et al., 2010): Kontextfluktuation wird unter anderem so beschrieben, dass wir etwas Gelerntes nicht mehr gut abrufen können, wenn wir kurz darauf Tagträumen nachgehangen sind. Die Begründung im Podcast ist, dass die beiden Zustände sich unterscheiden und mir daher das Tagträumen nicht als Abrufhinweis dient.

Besteht denn nicht die Möglichkeit, dass ich, um das Gelernte zu erinnern, wieder mental in den Zustand des Lernens zurückswitche? Mich also an den Ort und meinen Zustand erinnere, indem ich etwas Gelernt habe? Dies wird ja im Kapitel Abruf so beschrieben, dass wir am besten abrufen, wenn wir wieder im selben Zustand/ derselben Umgebung sind wie beim Lernen (Beispiel Wörter lernen an Land/unter Wasser). Ich könnte mich durchaus auch mental in diese Situation zurückversetzen.

Inwieweit bringe ich hier verschiedene Dinge durcheinander? Für mich wäre das mentale Tagträumen eher eine Form der Intereferenz und weniger etwas, das dem Spurenzerfall über die Zeit ausgesetzt ist. Ich lerne etwas und in Konkurrenz dazu versetze ich mich kurz darauf ins Tagträumen und daher wird das Speichern des Gelernten unterbrochen? Inwieweit hat Tagträumen etwas mit Kontext zu tun?

Kontextfluktuation


Experiment 1, Abruf Liste 1

Experiment 2, Abruf Liste 1

Kontextverschiebung

S. 322: Hypothese der Kontextverschiebung (Sahakyan & Kelley, 2002): Teilnehmer, die diese Aufgabe zur Kontextverschiebung erhielten, zeigten bei einem späteren Test eine schlechtere Erinnerung an die erste Liste. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Teil des Effekts des gerichteten Vergessens durch eine Verschiebung des mentalen Kontextes entstehen kann, die durch die Absicht zu vergessen hervorgerufen wird. Kann das Resultat nicht auch durch eine retroaktive Interferenz erklärt werden? Spricht man nur bei cued recall von retroaktiver Interferenz (siehe K9)? Was ist mit dem Recency Effect, der gem. K3, beim Free Recall dominiert und auch im LZG vorkommt (z.B. «Rugby-Spiele erinnern», Baddeley & Hitch, 1977 und Crowder, 1976 «Telefonmasten-Analogie»). Warum weiss man, dass es sich um Kontextverschiebung handelt? Die Studie ist im Kapitel 10 Motivated Forgetting, S. 322, aufgeführt. Es heisst aber «If the context shift hypothesis is correct, this simple manipulation should make people more likely to forget the first list, even in the absence of any instruction to forget it.» Somit wäre das doch eine Studie zu Incidental Forgetting ähnlich der Studie aus Kapitel 9, S. 287: Delaney et al. (2010), in der die Kontextverschiebung mittels Vorstellung über mehr oder weniger weit entfernte Feriendestinationen erstellt wurde.

Kontextverschiebung

Sahakyan & Kelley (2002), Experiment 1, Abruf Liste 1

Wichtiger Hinweis


Grundlagenforschung

In der experimentellen Psychologie werden in Studien gezielt Manipulationen eingesetzt, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, indem Wirkmechanismen isoliert werden. Aussagen sind jeweils nur zu manipulierten und entsprechend isolierten Aspekten möglich. Das heisst nicht, dass es keine anderen Einflüsse gibt. Da diese aber nicht experimentell manipuliert / isoliert werden, sind diese Einflüsse in allen Bedingungen gleich. Einflüsse die in allen Bedingungen gleich sind, werden nicht als Effekte sichtbar. Entsprechend lassen sich zu solchen Einflüssen keine Aussagen machen.

Studie im Fokus

Fragen

Ausblick


  • Prospektives Gedächtnis
  • Entwicklung über die Lebensspanne
  • Amnesie

Literatur


Anderson, M. C., & Levy, B. J. (2009). Suppressing Unwanted Memories. Current Directions in Psychological Science, 18(4), 189–194. https://doi.org/10.1111/j.1467-8721.2009.01634.x
Baddeley, Eysenck, M. W., & Anderson, M. C. (2020). Memory (3. Aufl.). Routledge.
Delaney, P. F., Sahakyan, L., Kelley, C. M., & Zimmerman, C. A. (2010). Remembering to Forget: The Amnesic Effect of Daydreaming. Psychological Science, 21(7), 1036–1042. https://doi.org/10.1177/0956797610374739
Holmes, A., & Conway, M. A. (1999). Generation identity and the reminiscence bump: Memory for public and private events. Journal of Adult Development, 8, 21–34.
Sahakyan, L., & Kelley, C. M. (2002). A contextual change account of the directed forgetting effect. Journal of Experimental Psychology. Learning, Memory, and Cognition, 28(6), 1064–1072. https://doi.org/10.1037//0278-7393.28.6.1064


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