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Leistungsnachweis
Unterschiedliche Reminiscence Bumps für „private” und „öffentliche” Ereignisse
Öffentliche Ereignisse: 10-20 Jahre
Private Ereignisse: 20-30 Jahre
Analog zu Eriksons Entwicklungsstufen
Identitätsbildung in Adoleszenz: Öffentliche Ereignisse
Intimitätssuche in frühem Erwachsenenalter: Private Ereignisse
Holmes & Conway (1999)
Reminiscence Bump ein sehr robustes Phänomen
Gezeigt für verschiedene Aspekte des autobiographischen Gedächtnisses
Musik
Filme
Bücher
Sportler
Weltgeschehen
Politiker
=> Generation Identity: Mehr Abruf von Bundesräten, die in der eigenen Jugend im Amt waren
Holmes & Conway: Unterschiede zwischen privaten & öffentlichen Ereignissen
Problem: Keine Aussage, was „öffentliche” und was „private” Ereignisse sind
Problem: Konfundierung mit Weltgeschehen?
=> Zeigt sich ein Bump für öffentliche Ereignisse, weil in einer Dekade mehr Ereignisse geschehen sind?
Daher: Untersuchung…
…mit Verschiedenen Kategorien
…über die Lebensspanne
Holmes & Conway (1999)
Alter der VP: 30-70 Jahre
Verzögerter Bump für private Erinnerungen
höherer Bump für private Erinnerungen
3 Minuten freier Abruf von Inhalten
Private Ereignisse
Öffentliche Ereignisse
Musik
Filme
Sport
Politik
Danach Jahr der Kodierung angeben
Unterschiedliche Generationen
Baby Boomer (1946 - 1964)
Generation X (1965 - 1980)
Generation Y (1981 - 1996)
Generation Z (1997 - 2012)
Rihs & Meier (in preparation)
Insgesamt 768 VP; 192 pro Generation
Gen Z bis 2021 da min. 18 Jahre
Ausschluss von Erinnerungen mit unrealistischem Alter bei Kodierung (z.B. Kodierung vor Geburt oder Ereignis)
Ausschluss von Erinnerungen vor 2. Lebensjahr (infantile Amnesie)
Insgesamt 54’530 Erinnerungen
Am wenigsten öffentliche Ereignisse (M = 8.69)
Am meisten private Ereignisse und Filme (M = 13.21 und 13.33)
Baby Boomer erinnerten am wenigsten Erinnerungen (M = 10.00)
Generation Z am meisten Erinnerungen (M = 13.35)


Rihs & Meier (in preparation)
Musik: Robuster Bump in 10-er Jahren
Häufig genannt:
Baby Boomer: Let it be
Gen X: 99 Luftballons
GenY: Schlarclachrot/Schwan
Gen Z: Mamma Mia, Baby, Umbrella
=> Tendenzen!
Film: Bump erstreckt sich beim GenX bis in 20er Jahre
Häufig genannt: Titanic
Baby Boomer: Spiel mir das Lied vom Tod, Ben Hur, Tatort
Gen X: Dirty Dancing, Pretty Woman
Gen Y: Harry Potter, Herr der Ringe, Barbie, Start Wars
Gen Z: Harry Potter, Barbie, Inception, Interstellar
=> Tendenzen!


Rihs & Meier (in preparation)
Sport: Relativ robuster Bump
Baby Boomer: Roger Federer, Bernhard Russi, Lara Gut-Behrami
Gen X: Roger Federer, Pirmin Zurbriggen, Martina Hingis
Gen Y: Roger Federer, Cristiano Ronaldo, Lionel Messi
Gen Z: Roger Federer, Cristiano Ronaldo, Lionel Messi
Politiker: Kein Bump => Recency-Effekt
Baby Boomer: Alain Berset, Donald Trump, Christoph Blocher
Gen X: Alain Berset, Donald Trump, Christoph Blocher
Gen Y: Alain Berset, Donald Trump, Barack Obama
Gen Z: Donald Trump, Alain Berset, Barack Obama
=> Auffällig: Simonetta Sommaruga wird deutlich häufiger von Frauen genannt als von Männern (Unterschiede nicht so stark bei Merkel, Amher, Keller-Sutter)


Rihs & Meier (in preparation)
Öffentliche Ereignisse: Kein Bump; Kein Recency-Effekt
=> Aktuelle Studien zeigten ähnliches Muster.
=> Möglicherweise Verzerrung durch aktuelle Ereignisse (Häufigst genannt: Corona-Pandemie, Kriege, usw.)
Intergenerationale Auffälligkeiten:
Baby Boomer: Mondlandung/Vietnamkrieg
Gen X: Teschernobyl, Mauerfall
Gen Y: Arabischer Frühling
Gen Z: Brexit
=> Tendenzen!
Private Ereignisse: Zunahme zeigt sich bis in 30er Jahre; Schwierig von „Bump” zu sprechen
Baby Boomer: Geburt von anderen, Reise/Ausflüge, Hochzeit
Gen X: Reise/Ausflüge, Geburt von anderen, Ferien
Gen Y: Ferien, Reise/Ausflüge, Hochzeit
Gen Z: Ferien, Reise/Ausflüge, Geburstag
=> Je älter, desto wahrscheinlicher, dass Todesfälle/Geburten/Hochzeiten genannt werden, Gen Z: Freizeitbezogene Inhalte (Fussball, Konzerte, Festivals) und Schule/Lehre imVordergrund
Limitierung:
Vorbildliches Referenzieren im Text
Vorbildliches Literaturverzeichnis
Beschreiben Sie ein je ein experimentelles Paradigma zum Testen von:
Baddeley et al. (2020), S. 292, Abb. 9.5
Baddeley et al. (2020), S. 294, Abb. 9.7
Kapitel 9, S. 287 (Delaney et al., 2010): Kontextfluktuation wird unter anderem so beschrieben, dass wir etwas Gelerntes nicht mehr gut abrufen können, wenn wir kurz darauf Tagträumen nachgehangen sind. Die Begründung im Podcast ist, dass die beiden Zustände sich unterscheiden und mir daher das Tagträumen nicht als Abrufhinweis dient.
Besteht denn nicht die Möglichkeit, dass ich, um das Gelernte zu erinnern, wieder mental in den Zustand des Lernens zurückswitche? Mich also an den Ort und meinen Zustand erinnere, indem ich etwas Gelernt habe? Dies wird ja im Kapitel Abruf so beschrieben, dass wir am besten abrufen, wenn wir wieder im selben Zustand/ derselben Umgebung sind wie beim Lernen (Beispiel Wörter lernen an Land/unter Wasser). Ich könnte mich durchaus auch mental in diese Situation zurückversetzen.
Inwieweit bringe ich hier verschiedene Dinge durcheinander? Für mich wäre das mentale Tagträumen eher eine Form der Intereferenz und weniger etwas, das dem Spurenzerfall über die Zeit ausgesetzt ist. Ich lerne etwas und in Konkurrenz dazu versetze ich mich kurz darauf ins Tagträumen und daher wird das Speichern des Gelernten unterbrochen? Inwieweit hat Tagträumen etwas mit Kontext zu tun?


Delaney et al. (2010)
S. 322: Hypothese der Kontextverschiebung (Sahakyan & Kelley, 2002): Teilnehmer, die diese Aufgabe zur Kontextverschiebung erhielten, zeigten bei einem späteren Test eine schlechtere Erinnerung an die erste Liste. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Teil des Effekts des gerichteten Vergessens durch eine Verschiebung des mentalen Kontextes entstehen kann, die durch die Absicht zu vergessen hervorgerufen wird. Kann das Resultat nicht auch durch eine retroaktive Interferenz erklärt werden? Spricht man nur bei cued recall von retroaktiver Interferenz (siehe K9)? Was ist mit dem Recency Effect, der gem. K3, beim Free Recall dominiert und auch im LZG vorkommt (z.B. «Rugby-Spiele erinnern», Baddeley & Hitch, 1977 und Crowder, 1976 «Telefonmasten-Analogie»). Warum weiss man, dass es sich um Kontextverschiebung handelt? Die Studie ist im Kapitel 10 Motivated Forgetting, S. 322, aufgeführt. Es heisst aber «If the context shift hypothesis is correct, this simple manipulation should make people more likely to forget the first list, even in the absence of any instruction to forget it.» Somit wäre das doch eine Studie zu Incidental Forgetting ähnlich der Studie aus Kapitel 9, S. 287: Delaney et al. (2010), in der die Kontextverschiebung mittels Vorstellung über mehr oder weniger weit entfernte Feriendestinationen erstellt wurde.
Nachdem die erste Liste studiert wurde, mussten die Vpn in der Kontextverschiebungsbedingung darüber nachdenken, wie es wäre unsichtbar zu sein.
Was wurde manipuliert / experimentelle isoliert?
Kontextverschiebung, aber nicht Menge an Interferenz
Klar spielt recency einen Effekt, aber darüber können wir hier nichts aussagen, da dieser nicht manipuliert wurde.
Sahakyan & Kelley (2002), Experiment 1, Abruf Liste 1
Grundlagenforschung
In der experimentellen Psychologie werden in Studien gezielt Manipulationen eingesetzt, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, indem Wirkmechanismen isoliert werden. Aussagen sind jeweils nur zu manipulierten und entsprechend isolierten Aspekten möglich. Das heisst nicht, dass es keine anderen Einflüsse gibt. Da diese aber nicht experimentell manipuliert / isoliert werden, sind diese Einflüsse in allen Bedingungen gleich. Einflüsse die in allen Bedingungen gleich sind, werden nicht als Effekte sichtbar. Entsprechend lassen sich zu solchen Einflüssen keine Aussagen machen.



Baddeley et al. (2020), S. 326, Abb. 10.3 (vgl. auch Anderson & Levy, 2009)
Bildplagiat!


